Pressemitteilung

Metropolregion Rhein-Neckar GmbH

Thema: Digitalisierung, Verwaltungsvereinfachung

27.5.2020

BMWi-Innovationspreis „Reallabore“ für die Metropolregion Rhein-Neckar

MRN GmbH ausgezeichnet für Konzeptidee „Reallabor Digitales Planen und Bauen“

Die Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) zählt zu den Gewinnern des nationalen Wettbewerbs „Innovationspreis Reallabore: Testräume für Innovation und Regulierung“, den das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ausgeschrieben hatte. Preisträger ist die Regionalentwicklungsgesellschaft Metropolregion Rhein-Neckar GmbH (Mannheim) in der Wettbewerbskategorie „Ausblicke“. Die Online-Preisverleihung fand gestern Abend in Berlin statt. Der Preis ist undotiert und wurde zum ersten Mal vergeben. Er versteht sich als Anreiz im Wettbewerb der Regionen um die besten Umsetzungsideen bei der aktiven Gestaltung der digitalen Transformation in Wirtschaft und Verwaltung.

Reallabor „Digitales Planen und Bauen“

Reallabore sind zu verstehen als Testräume für Innovation und Regulierung. Sie dienen dazu, unter realen Bedingungen Erfahrungen mit digitalen Innovationen zu sammeln. Ausgezeichnet wurde die MRN GmbH in der Kategorie „Ausblicke“ für ihr Konzept zum Aufbau eines Reallabors „Digitales Planen und Bauen“. Dieses Themenfeld bildet mit über 60 Leistungen und den zugehörigen Verwaltungsprozessen zwischen Bauwirtschaft, Plan- und Baubehörden (mit über 220.000 Baugenehmigungen pro Jahr) auch einen Schwerpunkt innerhalb der regionalen und nationalen Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes (OZG).

Ziel des Rhein-Neckar-Vorhabens: Effizienz und Transparenz zwischen Wirtschaft und Verwaltung steigern. Das bedeutet, bürokratische Lasten abbauen, Transaktionen senken, auf Basis kooperativer Dateninfrastrukturen zusammenarbeiten, Planungssicherheit und Datensouveränität auf Basis zeitgemäßer Datenhaltungs- und Datennutzungskonzepte (OnceOnly-Prinzip etc.) verbessern.

Zu den geplanten Maßnahmen zählen unter anderem:

  • Maschinenlesbares Planungsrecht
  • KI-basierte Identifikation und Analyse von Bauleitplänen
  • Standardisierte Branchenschnittstellen zu den Baubehörden
  • Building Information Modeling (BIM)-basierte Bauanträge für Hoch- und Tiefbau

Eingebunden in die breit angelegte Zusammenarbeit sind die drei Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz, die 15 Stadt- und Landkreise der MRN, 3 obere und 26 untere Baubehörden, wissenschaftliche Einrichtungen wie die Universitäten Speyer und Mannheim sowie relevante Gremien, Vereine und Initiativen (AWV, Normenkontrollrat DE/BW, DIHK/HWK etc.).

Eines der ersten Teilprojekte im Reallabor „Digitales Planen und Bauen“ der MRN wird der Prototyp einer interkommunalen Planungsdaten- und Dokumentenplattform zwischen Wirtschaft und Verwaltung sein (u.a. auf Grundlage der novellierten Bauordnung Baden-Württemberg).

Dr. Christine Brockmann, Geschäftsführerin MRN GmbH: „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung des BMWi. Dies ist sowohl eine wichtige Bestätigung für den Mehrwert von kooperativer, länderübergreifender Regionalentwicklungsarbeit als auch ein starkes Signal und Ansporn für digitale Innovation und Bürokratieabbau“.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Von autonomen Fahrzeugen, Drohnen und Zügen bis hin zu innovativen Lösungen für E-Government, digitale Identitäten und Logistik: Den Preisträgern des Innovationspreises Reallabore gelingt es auf vorbildliche Weise, digitale Technologien wie etwa Künstliche Intelligenz oder Blockchain im Reallabor in die konkrete Anwendung zu bringen und damit Mehrwert vor Ort zu schaffen. Damit machen sie gleichzeitig anderen Unternehmen, Verwaltungen und Forschungseinrichtungen Mut, eigene Innovationsprojekte umzusetzen. Doch auch die Politik ist gefragt: Viele Beiträge zeigen deutlich, wo neue Freiräume notwendig sind, um Erprobungsprojekte möglich zu machen.“

Hintergrund: BMWi fördert digitale Innovation

Reallabore werden als Impulsgeber für den Innovationsstandort Deutschland immer wichtiger. Kreative Unternehmen, Verwaltungen und Forschungseinrichtungen testen darin, was noch vor Jahren undenkbar war. Erprobt werden unter realen Bedingungen Innovationen, die im geltenden Rechtsrahmen noch nicht berücksichtigt sind – wie zum Beispiel autonome Fahrzeuge, Schiffe oder auch neue Lösungen im Bereich Telemedizin oder öffentliche Verwaltung. Oftmals nutzen solche Reallabore zunächst rechtliche Ausnahmemöglichkeiten oder Sondergenehmigungen und tragen mit ihren Ergebnissen dazu bei, den Rechtsrahmen weiter zu entwickeln. Viel zu häufig aber bleiben Reallabore verborgen und es besteht keine Möglichkeit, von ihnen und ihren Ergebnissen zu lernen. Das will das BMWi mit dem „Innovationspreis Reallabore“ ändern.

Unternehmen, Verwaltungen und Forschungseinrichtungen waren daher zwischen Dezember 2019 und Februar 2020 aufgerufen, sich mit geplanten, laufenden und abgeschlossenen Reallaboren zu bewerben. Teilgenommen haben insgesamt 125 Institutionen bzw. Projektkonsortien. Ziel der Preiskategorie „Ausblicke“ ist es, potenzielle Anwendungsfelder und Projektideen für zukünftige Reallabore zu identifizieren und Erkenntnisse für Verwaltungen und Gesetzgeber zu gewinnen. In den Kategorien „Einblicke“ und „Rückblicke“ geht es darum, Erprobungen mit Vorbildcharakter zu identifizieren und deren Erfolgsfaktoren und Umsetzungsstrukturen herauszustellen. In jeder Kategorie wurden drei Sieger gekürt. Infos: www.reallabore-bmwi.de

Warum ein Reallabor „Digitales Planen und Bauen?“

In Deutschland werden jährlich über 370 Milliarden Euro in die Erstellung und Erhaltung von Bauwerken investiert. Zwei Drittel davon entfallen auf den Wohnungsbau. Dennoch reicht auch diese volkwirtschaftlich bedeutende Dimension bzw. Dynamik der Bauwirtschaft (ca. 11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts) vielerorts nicht aus, um die steigende Nachfrage nach Wohnraum zu decken. Zu den Gründen gehört auch die in Deutschland unzureichende Digitalisierung und Automatisierung von Prozessketten zwischen Wirtschaft und Verwaltung sowie innerhalb der öffentlichen Verwaltung. Dies betrifft die gesamte Wertschöpfungskette der Bauwirtschaft – von der Verfügbarkeit digitaler Planwerke und Registerdaten, über eine Vielzahl von Genehmigungs- und Berichtspflichten bis zum Zusammenwirken der an einem Bauvorhaben beteiligten Akteure. Vor dem Hintergrund der Gleichzeitigkeit verschiedener Gesetzesinitiativen und Förderprogramme bestehen aktuell jedoch sehr gute Rahmenbedingungen für den flächendeckenden Einsatz innovativer Lösungen im Bereich Digitales Planen und Bauen. Auf der Grundlage ihrer deutschlandweit einzigartigen institutionellen Struktur und der länderübergreifenden Zusammenarbeit von Wirtschaft und Verwaltung will die Metropolregion Rhein-Neckar diese Gelegenheit nutzen.

Der Erprobungsraum Rhein-Neckar

Im Hinblick auf die besondere föderale Situation in der Metropolregion Rhein-Neckar (Drei Bundesländer, 15 Stadt- und Landkreise, 290 Kommunen) gehört der Abbau bürokratischer Hürden und die Optimierung von Prozessen zwischen Wirtschaft und Verwaltung sowie das Erproben innovativer Lösungswege von Anfang an zu den strategischen Handlungsschwerpunkten der Regionalentwicklung. Auf der Grundlage einer Vielzahl von Projekten – überwiegend mit Fokus auf die Schnittstellen zwischen Wirtschaft und Verwaltung – hat sich die Metropolregion Rhein-Neckar in den vergangenen 15 Jahren schrittweise zu einem heute führenden Innovations- und Erprobungsraum im Bereich der Verwaltungszusammenarbeit entwickelt.

Kontakt

Marco  Brunzel

Marco Brunzel Leitung Digitalisierung und E-Government

0621 10708-380 0621 10708-400 marco.brunzel@m-r-n.com

Themen und Projekte

Thema

Digitalisierung

Als globaler Megatrend beeinflusst die Digitalisierung nahezu alle Bereiche des Lebens. Umso wichtiger ist es für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft, Vorreiter zu sein. Damit Deutschland diesem Anspruch gerecht wird, müssen alle Teile der Gesellschaft stärker als bislang vernetzt und konzertiert zusammenwirken. Nur so lassen sich die vielfältigen Chancen auch nutzen, die der digitale Wandel für Wirtschaft, Wissenschaft, Staat und Gesellschaft eröffnet.
Thema

Verwaltungsvereinfachung

Effiziente Kommunikation zwischen Behörden und Unternehmen ist ein wichtiger Standortfaktor. Dies gilt umso mehr, wenn sich ein Wirtschaftsraum so wie Rhein-Neckar über mehrere Bundesländer erstreckt und Unternehmen dadurch im Alltag mit unterschiedlichen Verfahren und Vorgehensweisen konfrontiert sind. Die länderübergreifende Verwaltungsvereinfachung, insbesondere das wirtschaftsorientierte E-Government, gehört daher seit Beginn zu den Aufgaben der gemeinschaftlichen Regionalentwicklungsarbeit.
Daran arbeiten wir

OZG-Umsetzung

Förderprogramm

Intelligente Vernetzung | © Christian Buck
Daran arbeiten wir

Koordinierungsstelle „Intelligente Vernetzung“

Die Metropolregion Rhein-Neckar will eine Modellregion der Digitalisierung werden.

Kooperation Mitmachen Modellvorhaben / Pilotprojekt Plan / Strategie

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen Ländern und Metropolregion Rhein-Neckar (von links): Stefan Krebs, Ralph Schlusche, Dr. Christine Brockmann, Dr. Thomas Schäfer, Randolf Stich | © MRN GmbH
Daran arbeiten wir

Modellvorhaben „Kooperatives E-Government in föderalen Strukturen“

Es wird gezeigt wie Vernetzung und IT Verwaltungsvorgänge kundenfreundlicher und kostengünstiger machen.

Modellvorhaben / Pilotprojekt Kooperation Förderprogramm Plan / Strategie

Daran arbeiten wir

Virtuelles Bauamt Metropolregion Rhein-Neckar

Aufbau eines länderübergreifenden virtuellen Bauamts, über das Bauanträge elektronisch eingereicht werden können.

Modellvorhaben / Pilotprojekt