Thema: Digitalisierung

Smart City / Smart Region Rhein-Neckar

Netzwerk Kooperation

Das Smartphone als Weiterbildungs-Assistent. Mit dem Arzt genauso über das Internet kommunizieren wie mit der Familie oder Freunden in aller Welt. Oder ein Bus, der „weiß“, wo Fahrgäste auf ihn warten – die fortschreitende Digitalisierung hat beträchtliche Auswirkungen auf die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten. Deshalb beschäftigen sich immer mehr Städte und Gemeinden, Landkreise und Regionen intensiv mit der Frage, wie sich die Potenziale der Digitalisierung ganz konkret („vor Ort“) nutzen lassen um beispielsweise die Lebensqualität für Bürgerinnen und Bürgern zu verbessern, Arbeitsplätze zu erhalten oder auch öffentliche Infrastrukturen an sich verändernde Rahmenbedingungen anzupassen.

Dabei geht es oft um ebenso praktische wie fachlich anspruchsvolle Fragen. Wie lassen sich zum Beispiel durch das bessere Zusammenspiel von Einzelhandel, bestehenden Mobilitätsangeboten sowie persönlichen Assistenzsystemen (Smartphone) und darauf aufsetzender neuer Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten regionale Wertschöpfungsketten oder bestehende Nachversorgungsangebote im ländlichen Raum erhalten bzw. aufbauen? Oder wie kann eine hochwertige medizinische Versorgung etwa durch Telemedizin langfristig auch jenseits der Oberzentren sichergestellt werden? Wie müssen Mobilitätsangebote künftig konzipiert sein, um einerseits Umwelt und Ressourcen zu schonen aber gleichzeitig das Angebot und die Servicequalität zu verbessern? Oder wie kann die Digitalisierung dazu beitragen, die soziale und politische Teilhabe der Bürger und das bürgerschaftliche Engagement zu stärken?

Doch egal wie die konkrete auch Fragestellung lautet, der praktische Nutzen der neuen digitalen Möglichkeiten wird sich erst auf der Basis sehr konkreter Angebote und Anwendungen in der kommunalen Praxis zeigen bzw. nachweisen lassen. Daher sind Städte und Gemeinden, Kreise und Regionen immens wichtige Treiber und Koordinatoren des digitalen Wandels: Sie bieten der kommunalen Familie eine Plattform, um innovative Lösungen sowohl in einem urbanen als auch in einem ländlichen Umfeld zu erproben und können im Erfolgsfall den Ausbau, die Übertragbarkeit oder auch den regionalen Rollout bewährter Lösungen optimal befördern.

Ebensolche Prozesse der interkommunalen Zusammenarbeit aufzubauen und mit großer Sensibilität aber auch Fachkenntnis langfristig zu unterstützen, gehört zu den Zielen und Kernanliegen der Metropolregion Rhein-Neckar – auch und gerade in Bezug auf den die Gestaltung des digitalen Wandels. Vor dem Hintergrund eines inzwischen sehr breiten und vielerorts auch sehr persönlichen Engagements einer Vielzahl von kommunalen „Digitalisierungsaktivisten“ - aber auch mit Blick auf die Anzahl und fachliche Breite der bereits laufenden bzw. geplanten Digitalisierungsprojekte soll im Rahmen der Initiative „Digitale zukunftskommune @bw“ daher in der Metropolregion Rhein-Neckar eine regionale Fach-Community für digitale Anwendungen auf kommunaler Ebenen aufgebaut werden.

Auf der Basis einer solchen regionalen Fach-Community soll eine Plattform für den intensiven interkommunalen Dialog geschaffen, innovative Projekte so schneller bekanntgemacht und mit anderen Aktivitäten vernetzt sowie bei Bedarf auf der Grundlage entsprechender passender Bundes-, Landes-, oder EU-Programme gemeinsam fachlich weiterentwickelt, stabilisiert und/oder verbreitet werden. Erfahrungsgemäß profitieren von einem solchen Prozess sowohl die Oberzentren als auch die kleineren Gebietskörperschaften in den kommunalen Familien der Kreise. Zudem zeichnet sich bereits heute ab, dass sich einige grundlegende Fragen in Bezug auf die rechtliche und technische Umsetzung - aber auch hinsichtlich einer langfristigen wirtschaftlichen Tragfähigkeit - innovativer digitaler Anwendungen vermutlich nur in einem Systemverbund mit einer gewissen kritischen Untergröße lösen lassen werden (z.B. durch Kooperation mit öffentlichen/privaten IT-Dienstleistern).

Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg eines solchen Vorhabens ist bereits gegeben: Die Metropolregion Rhein-Neckar verfügt über eine leistungsfähige Organisationsstruktur, die eine besonders effektive regionale Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung ermöglicht und fördert. In zahlreichen Clustern, Netzwerken und Kompetenzverbünden kooperieren bereits heute zahlreiche starke Partner, um Themen wie die intelligente Vernetzung im Bereich des Gesundheitswesens, der Energieversorgung oder des E-Government gemeinsam voranzubringen.

Die Gestaltung des digitalen Wandels „vor Ort“ erfordert jedoch mehr als nur technische, rechtliche und wirtschaftliche Expertise. Letztlich müssen vor allem die Anwender und Nutzer – ob Anwohner, Arzt, Lehrer, Einzelhändler oder Verwaltungsmitarbeiter ganz individuell (für ihren jeweiligen Lebens- und Arbeitsalltag) die Vorteile neuer digitaler Anwendungen erkennen. Transparente Information, anschauliche Beispiele, Muster und Prototypen sowie auch der kritische Dialog zu den Chancen und Risiken der Digitalisierung sind daher wichtige Erfolgsfaktoren kommunaler Digitalisierung, die es beim Aufbau der regionalen Fach-Community daher zu beachten und mit entsprechenden Maßnahmen zu hinterlegen gilt. Zudem hat die fortschreitende Digitalisierung bereits eine Vielzahl von Rechtsänderungen sowie veränderte Erwartungshaltungen auf Seiten der Bürger und Unternehmen ausgelöst. Daher sollen im Rahmen des Vorhabens explizit auch bereits in der kommunalen Praxis erkannte Informations- und Handlungsbedarfe, bewährte Vorgehensweisen sowie Beispiele guter Praxis zusammengetragen, konzeptionell verdichtet und in Form konkreter Arbeitshilfen und/oder Schulungsangebote für die Praxis aufbereitet werden.

Boris Schmitt

Boris Schmitt Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Regionalentwicklung / Pressesprecher Verband Region Rhein-Neckar

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Marco  Brunzel

Marco Brunzel Leitung Digitalisierung und E-Government Metropolregion Rhein-Neckar GmbH

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