Thema: Regionalplanung Digitalisierung

Metropolatlas der Region Rhein-Neckar

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Regional einheitliche Indikatoren sind erforderlich, um Handlungserfordernisse für die Regionalplanung (Bedarfs -und Potenzialanalysen) abzuleiten und Regionalentwicklung messbar zu machen. Bisher waren Vergleiche auf regionaler Ebene nur unter erhöhten Aufwand der Datenbeschaffung möglich, z.B. müssen Daten von drei Statistischen Landesämtern (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen) bezogen und zusammengeführt werden müssen. Der Metropolatlas Rhein-Neckar ermöglicht einen einheitlichen Zugang zu den vorhandenen Daten und deckt das Gebiet der Metropolregion Rhein-Neckar ab, ein Alleinstellungsmerkmal im Gegensatz zu anderen Kartenwerken.

Alle Daten des Metropolatlas Rhein-Neckar werden in einer zentralen Datenbank gespeichert, um Redundanzen zu reduzieren. Langfristig sollen Daten aus verschiedenen Quellen überwiegend automatisiert zusammengeführt bzw. auf der Basis einfacher internetbasierter Werkzeuge dezentral erfasst werden können und dabei international geltende Standards und Schnittstellen befolgt. Auf diese Weise wird eine höhere Aktualität der Daten ermöglicht.

Die verwendete Software für alle Komponenten des Metropolatlas Rhein-Neckar ist Open Source, d.h. der zugrundeliegende Quellcode ist frei zugänglich, kostenlos und kann innerhalb eines geschützten Raums bei Bedarf angepasst, verändert und mit anderen Kommunen geteilt werden. Auf diese Weise wird die Abhängigkeit von kommerziellen Anbietern verringert (Vendor-Lock-In) und Lizenzkosten eingespart.

Ein wesentliches Ziel des Metropolatlas Rhein-Neckar ist es, eine technische Infrastruktur zu konzipieren und aufzubauen, die für möglichst viele unterschiedliche Zielgruppen einen konkreten Nutzen stiftet. In erster Linie dient der Metropolatlas dazu, den regionalen Institutionen (Verband Region Rhein-Neckar, MRN GmbH und ZMRN e.V.) und Kommunen der Metropolregion einen einheitlichen Zugang zu Statistiken und Kartenmaterial zu ermöglichen. Ebenfalls berücksichtigt sind Unternehmen, interessierte Bürger, Journalisten sowie Schulen und Forschungseinrichtungen als potenzielle Zielgruppen.

Die Datengrundlage für die Bildung der Indikatoren bildet aktuell vor allem die amtliche Statistik von Bund und Ländern, Crowd-generierte, sowie kommerzielle Datensätze. Im Detail werden folgende Datenquellen berücksichtigt: Statistisches Bundesamt, Statistische Landesämter (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen), Arbeitskreis der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Bundesagentur für Arbeit, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bundesnetzagentur, OpenStreetMap, Stadtmobil, Verkehrsverbund Rhein-Neckar, Nextbike, Deutsche Bahn, OpenChargeMap und der Gemeinsame Bundesausschuss.

Der Metropolatlas besteht aus zwei Anwendungen, die in ihren Funktionen als komplementär anzusehen sind und werden im Folgenden näher erläutert.

Statistikmonitor: Benutzer können sich statistische Indikatoren entweder in tabellarischer Form als Werteübersicht oder als Diagramme anzeigen lassen und erlauben einen direkten Vergleich zwischen mehreren Kreisen oder Gemeinden. Bei Bedarf können ebenfalls die Durchschnittswerte der Region, Länder oder Deutschlands angezeigt werden. Darüber hinaus werden die vorliegenden Indikatoren in kompakter Form als Steckbriefe mit ausgewählten Indikatoren oder die durchschnittliche jährliche Veränderung im Fünfjahreszeitraum dargestellt.

Themenkarten: Eine Visualisierung in Form von Karten liefert zusätzliche Erkenntnisse. Um ein möglichst übersichtliches Werkzeug zu konzipieren, werden die Karten in konkrete Themen eingeordnet. Die Wahl der Themen orientiert sich an strategischen und pragmatischen Entscheidungskriterien. Folgende Themen werden aktuell umgesetzt: Mobilität, Infrastruktur, Bildung, Wirtschaft, Gesundheit und Lebensqualität. Durch den Klick auf einzelne Objekte (z.B. öffentliche Ladesäulen) können weitere Informationen abgerufen werden, u.a. die Anzahl der Ladepunkte oder ob es sich hierbei um eine Schnellladesäule handelt.

Auf dem Weg zur einer umfassenden kooperativen Dateninfrastruktur sollen sukzessive weitere Datenquellen in den Metropolatlas eingebunden werden. Langfristiges Ziel ist es, als Teil der Regionaldateninfrastruktur einerseits die Planungsgrundlagen, andererseits auch die innovativen Möglichkeiten der sektorübergreifenden Zusammenarbeit in der Metropolregion Rhein-Neckar zu verbessern. Im Rahmen der Regionalkonferenz „Wirtschaft trifft Verwaltung“ am 21.11.2019 in Speyer wird der Metropolatlas veröffentlicht. In Kürze wird an dieser Stelle der aktuelle Stand des Prototyps zugänglich gemacht, wir freuen uns über Feedback oder Anmerkungen.

Heinrich Lorei

Heinrich Lorei Projektleiter Digitalisierung und E-Government Metropolregion Rhein-Neckar GmbH

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