Pressemitteilung

Metropolregion Rhein-Neckar GmbH

Thema: Digitalisierung, Verwaltungsvereinfachung

27.10.2017

Bund unterstützt Digitalisierungs-Projekt „xDataToGo“ mit 1,4 Millionen Euro

Digitale Daten eröffnen auch für Regionen enorme Möglichkeiten, angefangen bei der intelligenten Verkehrssteuerung bis hin zu neuen E-Government-Angeboten. Doch wie lassen sich Informationen aus unterschiedlichen Quellen innerhalb einer Region intelligent vernetzen und veredeln? Mit dieser Frage beschäftigt sich in den kommenden drei Jahren ein von der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH koordiniertes Verbundvorhaben namens „xDataToGo“. Im Zentrum des Interesses stehen dabei Daten zum öffentlichen Straßenraum von Kommunen, Ländern und Bund sowie die Verknüpfung dieser Daten in einer regionalen Dateninfrastruktur. Am Beispiel des Groß- und Schwerlastverkehrs soll zudem aufgezeigt werden, wie die Digitalisierung dabei helfen kann, Abläufe zwischen Behörden und Unternehmen schneller und einfacher zu machen. Partner des experimentellen Forschungsprojekts mit einem Gesamtvolumen von 1,7 Millionen Euro sind die Universität Mannheim, das Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung Speyer und der Verein „GeoNet.MRN“ (Mannheim) sowie aus der Wirtschaft die Thales Deutschland GmbH (Ditzingen) und die MTS Maschinentechnik Schrode AG (Hayingen). Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert das Projekt mit 1,4 Millionen Euro aus dem „mFUND“.

Einheitliche Dateninfrastruktur statt Flickenteppich

Im Rahmen von „xDataToGo“ wollen die Partner eine kooperative Dateninfrastruktur für den digitalen Straßenraum entwickeln. „Deutschland gleicht derzeit einem digitalen Flickenteppich. Informationen zum Straßenraum liegen bei Bund, Ländern und Kommunen in unterschiedlicher Qualität, Struktur und teilweise sogar noch in Papierform vor. Zudem fehlt eine zufriedenstellende Organisationsstruktur für die ebenenübergreifende Datenerfassung und Datenbereitstellung. Diese Heterogenität erschwert zum Beispiel die digitale Routenplanung bei Schwertransporten, was wiederum zu langen und aufwendigen Genehmigungsverfahren führt“, sagt Dr. Christine Brockmann, Geschäftsführerin der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH.

 

Konkreter Anwendungsfall: Schwerlastverkehr

Mithilfe der digitalen Dateninfrastruktur sollen Informationen wie Straßenbreiten, Durchfahrtshöhen, Kurvenradien oder zulässige Nutzlasten von den Kommunen in der Rhein-Neckar-Region künftig einheitlich erfasst, mit Daten der Länder und des Bundes verknüpft und für innovative Mobilitätsanwendungen verfügbar gemacht werden (z.B. über den Mobilitätsdatenplatz des Bundes „MDM“). Die Praxistauglichkeit der Dateninfrastruktur wird begleitend am Beispiel eines bereits bestehenden Navigationsdienstes der Firma Thales für den Groß- und Schwerlastverkehr der Bundeswehr erprobt. „Die digitale Routenplanung für Schwertransporte ist komplex, weil sehr viele Informationen aus ganz unterschiedlichen Quellen zusammengeführt werden müssen. Wenn die neue Dateninfrastruktur diesen hohen Anforderungen gerecht wird, kann sie nicht nur zu schnelleren Verwaltungsprozessen beitragen, sondern problemlos auch bei anderen innovativen Mobilitätsanwendungen zum Einsatz kommen“, so Brockmann.

 

Vielfältige organisatorische, technische und rechtliche Fragen

Im Rahmen von „xDataToGo“ werden die Partner gemeinsam Antworten auf vielfältige organisatorische, technische und rechtliche Fragen erarbeiten. Methoden und Standards zur einheitlichen Datenerhebung stehen ebenso im Fokus des Vorhabens, wie Software-Lösungen zur digitalen Datenerfassung oder die Definition von Abläufen und Schnittstellen zum automatisierten Datenaustausch. Dazu gehören aber auch Aspekte des Verwaltungsrechts. So ist bisweilen unklar, ob Daten, welche die öffentliche Hand zweckgebunden erhebt (z.B. Straßenzustandsbericht) auch anderen Nutzungen zugeführt werden dürfen (z.B. Navigationssoftware) und inwieweit die öffentliche Hand im Kontext eines langfristigen Betriebsmodells Daten dauerhaft auf digitalen Marktplätzen für unterschiedliche Nutzungen bereitstellen darf.

 

Öffentlicher Auftakt am 23. November in Heidelberg

„xDataToGo“ ist das erste Umsetzungsprojekt im Rahmen des Vorhabens „Digitale Modellregion Rhein-Neckar“, mit dem die Metropolregion Rhein-Neckar zur Digitalisierung in den Bereichen Bildung, Energie, Gesundheit, Mobilität und Verwaltung beitragen möchte. „Von ‚xDataToGo‘ erhoffen wir uns wichtige Erkenntnisse beim Aufbau einer digitalen Dateninfrastruktur für Rhein-Neckar und den Datenaustausch auf regionaler Ebene“, sagt Marco Brunzel, Leiter des Fachbereichs „Digitale Modellregion“ bei der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH.

 

Der offizielle Startschuss für „xDataToGo“ fällt am 23. November beim „Fachaustausch Geoinformation“ in Heidelberg. Vertreter interessierter Kommunen und Unternehmen können sich bis 9. November kostenfrei für die Veranstaltung anmelden (www.fachaustausch-geoinformation.de). Vorgestellt und diskutiert werden sowohl die nächsten Schritte im Rahmen von „xDataToGo“ als auch innovative Anwendungen und Technologien aus dem Bereich „Digitaler Straßenraum“.

Kontakt

Marco  Brunzel

Marco Brunzel Leitung Digitalisierung und E-Government

0621 10708-380 0621 10708-400 marco.brunzel@m-r-n.com

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Als globaler Megatrend beeinflusst die Digitalisierung nahezu alle Bereiche des Lebens. Umso wichtiger ist es für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft, Vorreiter zu sein. Damit Deutschland diesem Anspruch gerecht wird, müssen alle Teile der Gesellschaft stärker als bislang vernetzt und konzertiert zusammenwirken. Nur so lassen sich die vielfältigen Chancen auch nutzen, die der digitale Wandel für Wirtschaft, Wissenschaft, Staat und Gesellschaft eröffnet.
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Effiziente Kommunikation zwischen Behörden und Unternehmen ist ein wichtiger Standortfaktor. Dies gilt umso mehr, wenn sich ein Wirtschaftsraum so wie Rhein-Neckar über mehrere Bundesländer erstreckt und Unternehmen dadurch im Alltag mit unterschiedlichen Verfahren und Vorgehensweisen konfrontiert sind. Die länderübergreifende Verwaltungsvereinfachung, insbesondere das wirtschaftsorientierte E-Government, gehört daher seit Beginn zu den Aufgaben der gemeinschaftlichen Regionalentwicklungsarbeit.
Intelligente Vernetzung | © Christian Buck
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