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Pressemitteilung

Verband Region Rhein-Neckar Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar Metropolregion Rhein-Neckar GmbH

18.9.2015

Eine Erfolgsgeschichte mit Zukunft: 10 Jahre Metropolregion Rhein-Neckar


Der Ballungsraum Rhein-Neckar hat sich seit Ernennung zur Europäischen Metropolregion vor zehn Jahren sehr gut entwickelt: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist seit 2005 um 100.000 auf derzeit knapp 870.000 gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag im März 2015 bei 5,3 Prozent und damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (6,8 Prozent). Eine Exportquote von knapp 59 Prozent belegt die Innovationskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Wirtschaft (2005: 53 Prozent). Mit einer Marktkapitalisierung der hier ansässigen Börsenunternehmen (Dax, MDax, SDax, TecDax) von knapp 200 Milliarden Euro nimmt Rhein-Neckar Rang Drei unter den elf deutschen Metropolregionen ein. Gleichzeitig haben das Prädikat „Europäische Metropolregion“ (28.4.2005) und der zweite Staatsvertrag zwischen den Ländern Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz (26.7.2005) einen Prozess des Zusammenwachsens in Gang gesetzt: Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung kooperieren heute stärker über Landesgrenzen hinweg als noch vor zehn Jahren. Das bundesweit einmalige Organisationsmodell zur Regionalentwicklung, in dem sich Unternehmen, Kammern, Hochschulen, die öffentliche Hand und viele weitere Akteure gemeinsam für die Region engagieren, hat sich bewährt.

„Die Ministerkonferenz für Raumordnung hat der Region zugetraut, als Motor der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Entwicklung in Deutschland und Europa zu wirken. Diesem Anspruch ist Rhein-Neckar in der ersten Dekade absolut gerecht geworden“, sagt Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender des Vereins Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar und der Hornbach Holding AG (Neustadt/Weinstraße). Hornbach lenkte in den vergangenen vier Jahren die Geschicke des gemeinnützigen Vereins. Bei der gestrigen Mitgliederversammlung in Worms zog er Zwischenbilanz und stellte mit Luka Mucic, Mitglied des Vorstands der SAP SE (Walldorf), seinen Nachfolger an der Vereinsspitze vor (siehe gesonderte Pressemitteilung).

Rhein-Neckar: eine Allianz starker Partner

Zehn Jahre nach Ernennung zur Europäischen Metropolregion sind die Institutionen der Regionalentwicklung – Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar, Verband Region Rhein-Neckar und Metropolregion Rhein-Neckar GmbH – als Plattformen für regionales Handeln anerkannt. „Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Energiewende oder Bürokratieabbau lassen sich nur im regionalen Zusammenspiel wirkungsvoll bewältigen. Diese Erkenntnis setzt sich immer stärker durch“, sagte Hornbach.

So hat sich die Zahl der Vereinsmitglieder seit 2005 mehr als verdreifacht und liegt aktuell bei rund 740. Viele Unternehmen bringen sich langfristig finanziell und personell in die Metropolregion Rhein-Neckar GmbH ein. In den verschiedenen thematischen Netzwerken der Regionalentwicklung (u.a. zu Arbeitsmarkt, Kultur, Verwaltungsvereinfachung, Wirtschaftsförderung, Energie und Umwelt) engagieren sich immer mehr Mitstreiter. Gleichzeitig bilden sich auch ohne direktes Zutun der Regionalentwicklungs-Institutionen länderübergreifende Initiativen, z.B. der Bibliotheksverbund „Metropol-Card“, das gemeinsame Programm der Volkshochschulen oder die Förderaktionen verschiedener Mäzene. Hornbach: „Die Regionalentwicklungsarbeit steht auf einer soliden Basis. Mit Fug und Recht können wir behaupten, dass in der Metropolregion Rhein-Neckar das Miteinander gelebt wird und die Akteure in einer ‚Allianz starker Partner‘ gemeinsam gestalten.“

Projektarbeit trägt Früchte

Ergebnis dieser Kultur der Kooperation sind zahlreiche Aktivitäten, die allesamt einem Ziel dienen: Die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Rhein-Neckar-Region weiter auszubauen. Mehr als 100 Millionen Euro Fördergelder wurden in den vergangenen zehn Jahren zum Beispiel für Innovationscluster in den Bereichen Biotechnologie, Medizintechnologie, Gesundheit und organische Elektronik eingeworben. Projekte wie die „Energiekarawane“, die Aktivitäten des Vereins „StoREgio Energiespeichersysteme“ oder die enge Zusammenarbeit mit der Bioenergie-Region H-O-T im Bereich der erneuerbaren Energien beschleunigen die Energiewende.

Die einheitliche Behördennummer 115, das E-Vergabe-Portal „auftragsboerse.de“ oder der Handwerkerparkausweis leisten im Rahmen des von Bund und Ländern unterstützten E-Government-Modellvorhabens einen wichtigen Beitrag zur Verwaltungsvereinfachung. Dank der auch bundesweit beachteten Vernetzungsarbeit des Forums „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ ist die Familienfreundlichkeit von Unternehmen und Behörden messbar gestiegen. Maßnahmen wie der „Rhine-Neckar Welcome Club“ tragen dazu bei, dass Fachkräfte aus dem Ausland in der Region schnell Anschluss finden.
Das Kulturbüro der Metropolregion Rhein-Neckar sorgt für den fruchtbaren Austausch zwischen den Kulturinstitutionen. Ausdruck dieses Miteinanders sind u.a. die jeweils zweimal jährlich erscheinenden Magazine „Die Festivals“ und „Die Museen & Schlösser“, die auch bundesweit für die Kulturregion Rhein-Neckar werben. Die nationale Vermarktung des Kongress-, Tagungs- und Eventstandorts Rhein-Neckar hat sich das 2008 gegründete Convention Bureau auf die Fahnen geschrieben, das inzwischen von rund 50 Partnern getragen wird.
Das Hoheitentreffen oder der Freiwilligentag, bei dem zuletzt über 6.000 Menschen für die gute Sache anpackten, stärken das Ehrenamt und das Wir-Gefühl in der Region. Mit dem ernährungspädagogischen Projekt „Abenteuer Essen“, das demnächst in 40 Kitas der Region läuft, oder durch Maßnahmen zur Krebsvorsorge wird im Rahmen der „Initiative Prävention“ das Gesundheitsbewusstsein der Menschen gestärkt.

Gutes Zusammenspiel der Institutionen

Neben diesen beispielhaft genannten Aktivitäten von Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar und Metropolregion Rhein-Neckar GmbH tragen im Zuge der gemeinschaftlichen Regionalentwicklung auch der Verband Region Rhein-Neckar (z.B. Einheitlicher Regionalplan Rhein- Neckar, integrierte Verkehrsplanung) und der Verein Sportregion Rhein-Neckar (z.B. regionale Olympiateams, Internationales Deutsches Turnfest) dazu bei, die Region in der Riege der europäischen Top-Standorte zu positionieren. Durch Personalunion in verschiedenen Ämtern und regelmäßige Strategietreffen ist sichergestellt, dass alle Maßnahmen aufeinander abgestimmt laufen. „In meinem Verständnis ist der regionale Motor in den vergangenen zehn Jahren ordentlich warmgelaufen. Jetzt kann er sein volles Drehmoment entfalten“, so der scheidende Vorstandsvorsitzende Hornbach.

Künftige Herausforderungen gemeinsam meistern

Für die kommenden Jahre nannte der neue Vorstandsvorsitzende des Vereins Luka Mucic drei große Herausforderungen: Erstens gelte es, die Regionalentwicklungsarbeit noch deutlicher als gemeinsame Aufgabe aller zu verstehen: „Die Metropolregion Rhein-Neckar ist immer genau so stark, wie die Akteure, die gemeinsam in ihr wirken. Und damit meine ich ausdrücklich Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung.“ Mehr Unterstützung forderte Mucic zum Beispiel bei der Notwendigkeit, den Bekanntheitsgrad der Region zu steigern, insbesondere bei Fachkräften. „In Rhein-Neckar kann man bestens leben und Karriere machen. Davon müssen wir qualifizierte Menschen im In- und Ausland überzeugen. Das gelingt jedoch nur, wenn die Region viele überzeugte und überzeugende Fürsprecher hat.“

Als zweite Herausforderung nannte Mucic die engere Abstimmung mit und zwischen den drei Bundesländern. Die besondere geografische Lage der Region über drei Bundesländer hinweg eröffne große Chancen, stelle die Regionalentwicklung aber immer wieder auch vor Herausforderungen: „Das Bündeln vorhandener Ressourcen wird durch die administrativen Grenzen nicht unbedingt befördert. Aber ich sehe die große Chance, dass die beteiligten Verwaltungseinheiten bis hinauf zur Länderebene gemeinsam Rahmenbedingungen schaffen, die unserer Arbeit Flügel verleihen können.“ Die Region stehe deshalb in engem Kontakt mit den Staatskanzleien. „Ich wünsche mir sehr, dass wir noch in diesem Jahr einen guten Schritt weiterkommen.“ 
Drittens brauche es neue Leuchtturmthemen mit nationaler und internationaler Strahlkraft. „Der größte Wert der Metropolregion liegt in der Vernetzung von Menschen und Wissen“, so Mucic. Diese Stärke müsse man in den bestehenden, aber auch in neuen Regionalentwicklungsprojekten, etwa im Bereich Bildung oder digitale Infrastruktur, noch besser nutzen.