Pressemitteilung

Verband Region Rhein-Neckar

Thema: Regionalplanung, Verkehr und Mobilität

29.6.2020

Becht übergibt Machbarkeitsstudie für Pendler-Radroute Schifferstadt - Wörth

60 Kilometer Fahrradweg – sicher, schnell und kreuzungsarm: Verkehrsministerium, Landkreise, Regionalverband und Kommunen ziehen an einem Strang, um den Radverkehr voran zu bringen. Die Machbarkeitsstudie für die Pendler-Radroute zwischen Schifferstadt und Wörth ist fertiggestellt.

„Pendler-Radrouten sollen zum festen Bestandteil nachhaltiger Mobilitätsangebote für unsere Bürgerinnen und Bürger werden. Radschnellwege bündeln als Rückgrat den Verkehr auf sicheren und bequemen Verbindungen, damit Pendler zwischen Wohnort, Arbeitsplatz oder Bahnhof gut vorankommen. Die Routen bedienen in Ergänzung zum ÖPNV-Netz wichtige Zubringerstrecken zwischen Stadt und Umland. Insbesondere den Berufspendlern soll der Übergang zwischen Fahrrad- und ÖPNV-Nutzung leichter gemacht werden“, hat Verkehrsstaatssekretär Andy Becht bei der Übergabe der Machbarkeitsstudie für die Pendler-Radroute von Schifferstadt bis Wörth in Germersheim gesagt.

Verbandsdirektor Ralph Schlusche betonte die regionale Einbettung der begutachteten Route: „Wir entwickeln momentan ein regionales Gesamtkonzept für Radschnellwege, die Strecke von Schifferstadt nach Wörth ist dabei ein wichtiger Baustein. Als Teil des Mobilitätspaktes Rhein-Neckar ist das Radschnellwegenetz ein Beitrag für eine nachhaltige Mobilität und ein Baustein für eine Vernetzung unterschiedlicher Mobilitätsformen.“

Für den Ausbau der Pendler-Radroute ist die weitere Kooperation zwischen Ministerium, Landesbetrieb Mobilität, Verband Region Rhein-Neckar (Koordination), Rhein-Pfalz-Kreis, Landkreis Germersheim sowie der Stadt Speyer notwendig. Auf Basis der Studie kann nun mit der konkreten Planung für eine Pendler-Radroute auf gut 60 Kilometer Länge im südlichen Rheinland-Pfalz begonnen werden.

In der Studie werden die vorhandenen Radwegebeziehungen analysiert und die Potenziale für die Pendler-Radrouten ermittelt.  Als Ergebnis liegt nun auf einer Länge von rund 60 Kilometern eine festgestellte Vorzugstrasse vor. Davon können 89 Prozent (53,5 Kilometer) der Gesamtstrecke durch Anpassungen auf bereits bestehenden Radwegen realisiert werden.

Netzlücken müssten auf 6,6 Kilometern geschlossen werden. Dazu zählen etwa 1,8 Kilometer entlang der L521 zwischen Lingenfeld und Römerberg, ein 125 Meter langes Brückenbauwerk in Lingenfeld als Verbindung von Kolpingstraße mit Berliner Straße sowie ein möglicher Anschluss an die Zweite Rheinbrücke (Karlsruhe)

Der Gesamtinvestitionsbedarf beträgt inklusive der 16 Lückenschlüsse und Ingenieursbauwerke geschätzt 13,7 Millionen Euro. Verkehrsminister Dr. Volker Wissing hatte bereits im vergangenen Jahr die Landesförderung für Radwege aufgestockt, so dass Kommunen beim Bau von Pendler-Radrouten einen Fördersatz von bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten erhalten können.

Ziel der Pendler-Radrouten ist es, den Fahrradfahrerinnen und –fahrern eine hohe Qualität auf sicheren und störungsarmen Wegen anzubieten, soweit möglich ohne Kfz- und Fußverkehr. Weitere Synergieeffekte ergeben sich durch die Lage der Vorzugstrassen mit ihren Start- und Zielpunkten in direkter Nähe zum Bahn-, Stadtbahn- und S-Bahn-Netz.

Weitere Informationen gibt es hier: http://radwanderland-fachportal.de/

Hintergrund

Rheinland-Pfalz setzt konsequent auf den Ausbau des Radverkehrsnetzes. Nachdem Infrastruktur für Freizeit- und touristischen Radverkehr bereits seit vielen Jahren ausgebaut wird und auch ein dichtes Alltagsradverkehrsnetz entstanden ist, sollen mit den Pendler-Radrouten qualitativ hochwertige Verbindungen in verdichteten Räumen entstehen.

Insgesamt hatte eine Studie des Landesbetriebs Mobilität das Potenzial für sieben Pendler-Radrouten in Rheinland-Pfalz aufgezeigt.

Davon sind derzeit vier Radrouten mit oberster Priorität in Bearbeitung:

  1. Bingen - Ingelheim - Mainz (Pilotprojekt)
  2. Oberrhein zwischen Karlsruhe / Wörth und Worms
    Diese Strecke wurde in drei Abschnitte unterteilt:
    Abschnitt 1: Worms - Frankenthal - Ludwigshafen
    Abschnitt 2: Ludwigshafen - Schifferstadt
    Abschnitt 3: Schifferstadt - Wörth / Karlsruhe
  3. Konz-Trier-Schweich
  4. Neustadt/Weinstraße - Landau/Pfalz

Bei den drei weiteren Korridoren wurde mit den planerischen Vorbereitungen begonnen:

  1. Remagen/Linz bis zur Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen
  2. Koblenz bis Neuwied und Boppard
  3. Kaiserslautern – Landstuhl

In der laufenden Legislaturperiode konnten somit alle sieben Korridore planerisch begonnen werden. Hierfür ist jedoch weiterhin die Kooperation aller zu beteiligenden Kommunen erforderlich, da die Kommunen als Vorhabenträger entsprechende Förderanträge stellen müssen. Das Land Rheinland-Pfalz fördert den Radwegebau mit bis zu 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Noch stärker profitieren werden die in Gang gesetzten Projekte für Pendler-Radrouten, die einen „Turbo“-Zuschlag um weitere 10 Prozent erhalten, so dass diese Projekte mit bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten förderfähig sein können.

Kontakt

Boris Schmitt

Boris Schmitt Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Regionalentwicklung

0621 10708-224 0621 10708-255 boris.schmitt@vrrn.de

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Rhein-Neckar liegt im Herzen West-Europas und ist verkehrstechnisch bestens angebunden. Acht Autobahnen durchqueren die Region. Rund 240 Fernverbindungen täglich zählt der Mannheimer Hauptbahnhof. Der Rangierbahnhof und das Hafenzentrum Mannheim-Ludwigshafen sind zentrale Schaltstellen im europäischen Güterverkehr. Vom City-Airport Mannheim geht es direkt nach Berlin und Hamburg. Der internationale Flughafen Frankfurt liegt nur eine 30-minütige Bahnfahrt entfernt. In der Region sorgt ein ausgeklügeltes Nahverkehrssystem für gute Verbindungen.
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