Der Netzwerkgedanke hat in den vergangenen Jahren einen erheblichen Aufschwung erfahren. Der Trend zur Wissens- und Informationsgesellschaft, Globalisierung, Regionalisierung oder knappe finanzielle Mittel der öffentlichen Hand, erfordern eine zunehmende Kooperationsbereitschaft von Interessensgruppen sowohl in räumlicher als auch funktionaler Hinsicht. Strategischen Netzwerken wird vor diesem Hintergrund eine hohe Problemlösungskompetenz zugeschrieben. Und gerade für die Regionalentwicklung sind Flexibilität, Anpassungs- und Innovationsfähigkeit eine wesentliche Voraussetzung.
Netzwerke haben daher auch in der Geschichte der Metropolregion Rhein-Neckar stets eine wichtige Rolle gespielt und nicht zuletzt zur Entstehung der heutigen Regionalentwicklungsstrukturen beigetragen. Denn ein übergeordnetes Ziel der Netzwerkarbeit um Rhein und Neckar ist es, das Bewusstsein für die regionale Handlungsebene zu stärken. Diese Bestrebung geht in der Region Rhein-Neckar bis in die fünfziger Jahre zurück. Bereits 1951 wurde unter Beteiligung der Städte Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg und Viernheim sowie der Landkreise Ludwigshafen und Heidelberg die „Kommunale Arbeitsgemeinschaft Rhein-Neckar“ gegründet. Ihr Zweck war die gemeinsame Planung aller die Gesellschafter gemeinschaftlich berührenden Angelegenheiten, insbesondere des Verkehrs, der Energieversorgung, der Raumplanung, der Industrie- und Wohnsiedlung, der Kultur etc.
Dieses weitreichende Bekenntnis länder- und themenübergreifender Kooperation gipfelte 1969 im ersten Staatsvertrag zwischen Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Auf dieser Basis konnten die regionalen Akteure ihr Engagement zunehmend intensivieren und ausbauen. Folgerichtig wurden die Handlungsspielräume der Region mit ihrer Anerkennung als „Europäische Metropolregion“ im Jahr 2005 und der Erneuerung des Staatsvertrags deutlich erweitert. Sie zu nutzen und damit die „Vision 2025“ zu verwirklichen, ist die erklärte Aufgabe der Regionalentwicklungsarbeit in den kommenden Jahren.
