
In der Metropolregion Rhein-Neckar werden täglich Flächen in einer Größenordnung von über zwei Fußballfelder für Siedlungs- und Verkehrszwecke überbaut. Die zuvor meist landwirtschaftlich genutzten Bereiche verlieren dadurch einen Großteil ihrer Funktionen für die Ökologie, die Nahrungserzeugung oder die Naherholung. Auch aus ökonomischen Gründen kann, vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, eine ungebremste Ausweitung von Siedlungsflächen nicht sinnvoll sein. Vor allem durch die abnehmenden Einwohnerzahlen und die im Durchschnitt alternde Bevölkerung wird es in vielen Städten und Gemeinden schwieriger werden, die mit den Siedlungsflächen verknüpften Infrastrukturen wie Straßen, Wasser- und Abwasserleitungen oder auch Kindergärten intakt zu halten.
Mit einem strategischen und umsetzungsorientierten Flächenmanagement soll daher die Überbauung von bisherigen Freiflächen zumindest gebremst werden. Eines der konkreten Ziele ist es, ungenutzte Flächen im Ortsinnern, beispielsweise durch die Wiedernutzung von brachgefallenem Fabrikgelände, effizienter zu nutzen.
Raum+ Rhein-Neckar
Bisher mangelte es vielfach an grundlegenden Informationen über die in der Metropolregion Rhein-Neckar vorhandenen Innenentwicklungspotenziale. Unter Innenentwicklungspotenziale werden Grundstücke verstanden, die in einer Stadt oder Gemeinde nicht mehr oder ungenügend baulich genutzt werden. Konkret kann dies zum Beispiel ein ungenutzter Bahnhof, eine leerstehende Fabrikhalle oder auch eine brachliegende Fläche im Ortsinnern sein, für die eine Bebauung sinnvoll erscheint.
Im Rahmen des Projekts Raum+ Rhein-Neckar wurden diese Innenentwicklungspotenziale in Kooperation mit allen 149 Kommunen der Metropolregion identifiziert. Das Ergebnis der Erhebung dokumentiert in den Ortskernen knapp 1.400 Potenziale mit einer Gesamtfläche von über 1.800 ha. Dies entspricht in etwa dem Siedlungsgebiet von Speyer! Seit Abschluss von Raum+ Rhein-Neckar im Jahr 2009 besteht nun eine fundierte Grundlage, auf der die Wiedernutzung von Innenentwicklungspotenzialen strategisch und umfassend angegangen werden kann.
Im Abschlussbericht zum Projekt sind die Ergebnisse ausführlich dokumentiert.
Raum+ Aktiv

Aufgrund der umfangreich vorhandenen Innenentwicklungspotenziale in der Metropolregion sollte im Anschluss an die Flächenerhebung in Raum+ die konkrete Bebauung dieser Flächen in den Fokus rücken. Hierzu wurde das Projekt „Raum+ AKTIV – Aktivierung innerörtlicher Potenziale“ konzipiert, in dem mit ausgesuchten Modellkommunen beispielhafte Lösungen für die (Wieder-) Nutzung von ungenutzten Flächen in Ortskernen entwickelt wurden. Ziel war, die offenen Fragen soweit zu klären, dass mit einer konkreten Vermarktung und Bebauung unmittelbar nach Projektende begonnen werden kann. Gleichzeitig wurde ein „Standortpotenzial-Check“ entwickelt, der anderen Kommunen bei der Suche nach möglichen (Nach-) Nutzungen und bei der Bewertung der Reaktivierbarkeit von Innenentwicklungspotenzialen Unterstützung bietet.
Das Projekt wurde gemeinsam mit den Regionalverbänden Mittlerer Oberrhein und Nordschwarzwald durchgeführt und von den Ländern Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz gefördert.
Der Abschlussbericht „Raum+ AKTIV – Handlungsanleitung zur Innenentwicklung“ fasst die erzielten Projektergebnisse zusammen und stellt den "Standortpotenzial-Check" ausführlich vor.
