Was wäre die Kulturszene der Metropolregion Rhein-Neckar ohne ihre Festivals? Die Antwort lautet: Unvorstellbar. Denn jedes von ihnen hat seinen festen Platz im prall gefüllten Veranstaltungskalender. Die Bandbreite umfasst alle Genres und Spielarten des modernen Kulturbetriebs: Theater, Tanz, Film, Fotografie, Literatur, Bildende Kunst, Klassik und Jazz.
Zusammen rund 300.000 Besucher zählen jährlich allein die 15 größten TOP-Festivals der Region. Bundesweit einmalig ist deren gemeinsame Vermarktung als „Festivalregion Rhein-Neckar“. Zweimal im Jahr erscheint ein eigenes Magazin, das die Highlights der aktuellen Spielzeit vorstellt.
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Die 15 Top-Festivals im Überblick
- Enjoy Jazz
Ornette Coleman, Wayne Shorter, Archie Shepp, Pharoah Sanders – Enjoy Jazz hat sich seit seiner Premiere im Jahr 1999 zu einem der wichtigsten Jazzfestivals in Deutschland entwickelt. Doch es ist nicht nur ein Festival der Jazz-Legenden, sondern wird auch seinem Untertitel „Internationales Festival für Jazz und Anderes“ gerecht. So räumt das Programm der sechs Festivalwochen alljährlich mit dem alten Vorurteil auf, dass Jazz nur eine Sache für „Experten“ sei. Stattdessen beweisen die über 50 Konzerte, dass die Grenzen zwischen Jazz, Weltmusik, Elektronik und Rock heute fließend sind und Jazz sich gerade durch seine Offenheit definiert. Den theoretischen Über- und praktischen Unterbau zum Konzertgeschehen liefern Workshops, Matineen und Vorträge.
- Festival des Deutschen Films
Herausragende Spielfilme, Liegestühle am Rheinufer, Cocktails, Gespräche und jede Menge Stars – das sind die Ingredienzien, mit denen das Festival des deutschen Films jeden Sommer Kino-Fans und Filmkenner auf die Ludwigshafener Parkinsel lockt. „Das künstlerische Risiko macht die eigentliche Qualität des Films aus“ – unter diesem Leitspruch präsentiert das Festival seit 2005 neue deutsche Produktionen, bei denen Kunst über Kommerz geht und die künstlerisch auch mal Kopf und Kragen riskieren. Nicht nur beim Publikum, auch bei Filmemachern, Produzenten, Darstellern und Journalisten hat sich die Parkinsel als wichtiges Forum für den deutschen Film etabliert.
- Festspiele Ludwigshafen
Hochkarätige internationale Ballett- und Tanzgastspiele, Schauspiel in deutscher Sprache und ausländische Produktionen (mit deutschen Übertiteln) stehen auf dem Programm der Festspiele Ludwigshafen. Dabei präsentieren sie eine große Vielfalt; ein Schwerpunkt sind die menschlichen Tragödien in den Krisenregionen der Welt. Die Festspiele finden seit der Spielzeit 2005/2006 einmal jährlich im Theater im Pfalzbau statt.

Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg
Die aktuellen internationalen Strömungen der Fotografie stehen im Blickpunkt des Fotofestivals Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg. Neben Fotografie und moderner Bildproduktion werden auch Videokunst und Neue Medien thematisiert. Der Titel des 5. Fotofestivals Mannheim_ Ludwigshafen_Heidelberg lautet "Grenzgänge. Magnum: Trans-Territories". Insgesamt acht renommierte Häuser präsentieren das Festivalthema: die Kunsthalle, die Stadtgalerie und ZEPHYR – Raum für Fotografie der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim, der Kunstverein und das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen sowie die Sammlung Prinzhorn, der Heidelberger Kunstverein und die halle_02 in Heidelberg.
Das Fotofestival findet alle zwei Jahre statt und wird von wechselnden Kuratoren und Kuratorinnen konzipiert. In diesem Jahr wurde die legendäre Fotoagentur und Fotografen-Kooperative MAGNUM PHOTOS als künstlerischer Partner eingeladen. Andréa Holzherr kuratiert die Ausstellungen des 5. Fotofestivals Mannheim_Ludwigshafen_Heidelberg.
- Heidelberger Frühling
Ein hochkarätiges Konzertprogramm mit internationalen Stars, Ensembles und zeitgenössischen Komponisten – der Heidelberger Frühling hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1997 als wichtiges internationales Forum für klassische und Neue Musik etabliert. Dabei versteht sich das Festival keineswegs nur als ein „Festival der Stars“, sondern vielmehr als offenes Forum, das viel Raum für Begegnungen und Dialoge zwischen Komponisten, Musikern und Publikum bietet. Veranstaltungen wie die „Lied Akademie“ oder die „Kammermusik Akademie + Akademie junger Komponisten“ sowie das Jugendprojekt „classic scouts“ sorgen zudem dafür, dass auch der Nachwuchs gezielt angesprochen und gefördert wird. Dass das Konzept aufgeht, zeigt nicht zuletzt der Zuspruch des Publikums: Mit mehr als 31.000 Besuchern ist der Heidelberger Frühling das größte Klassikfestival der Metropolregion.
- Heidelberger Literaturtage
Seit 1994 präsentieren die Heidelberger Literaturtage in jedem Frühsommer ein spannendes und hochkarätiges Programm mit Lesungen, Gesprächen und Diskussionen. Außerdem stellen sich Verlage, Buchhandlungen und Kulturinstitutionen vor. Rund 200 Autoren aus mehr als 20 Ländern waren bereits zu Besuch, darunter Alfred Muschg, Juli Zeh, Sigrid Löffler, Assja Djebar, Alexander Kluge, Abdelwahab Meddeb sowie Literatur-Nobelpreisträger Jean-Marie Gustave Le Clézio. Spielort ist das historische Spiegelzelt, das ursprünglich als mobiler Tanzpalast in den Niederlanden unterwegs war und das jedes Jahr auf dem Heidelberger Universitätsplatz für die Literaturtage errichtet wird.
- Heidelberger Schlossfestspiele
Mächtige Türme, ein weiter Schlosshof, die luftige Fassade des Englischen Baus sowie der herrliche Blick über das Neckartal und in die Rheinebene – nicht von ungefähr gehört das Heidelberger Schloss zu den meistbesuchten Baudenkmälern Deutschlands. Die Heidelberger Schlossfestspiele nutzen diese prächtige Kulisse und verwandeln jeden Sommer das Schloss in eine riesige Bühne. Ein vielfältiges Programm mit Schauspiel, Oper, Operette, Tanz, Kinder- und Jugendtheater, Konzerten, Liederabenden und Stummfilmen mit Musikbegleitung lockt von Ende Juli bis Mitte August zehntausende Besucher herbei.
- Heidelberger Stückemarkt
Junge Dramatiker, spannende Uraufführungen und neue Regie-Entdeckungen stehen im Mittelpunkt des Heidelberger Stückemarkts, der sich deutschlandweit als bedeutendes Forum für Theatertalente etabliert hat. So konkurrieren im Autorenwettbewerb Dramatiker aus unterschiedlichen Nationen um angesehene Förderpreise, wobei bei der Vergabe – einzigartig in der Theaterlandschaft – auch die Stimme des Publikums zählt. Neben Uraufführungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz präsentiert der Stückemarkt jedes Jahr ein Gastland mit Theaterstücken, Konzerten und anderen Darbietungen. Bei Publikumsgesprächen und den allabendlichen Partys können sich zudem Künstler und Besucher intensiv austauschen.
- Internationale Schillertage
Die Uraufführung von Schillers „Räubern“ 1782 am Mannheimer Nationaltheater gehört zu den legendären Ereignissen der deutschen Theatergeschichte. Und auch die anschließende Zeit als Mannheimer Theaterdichter war für Schiller produktiv. Seit 1978 pflegt das Nationaltheater dieses Erbe mit den Schillertagen. Mit Eigeninszenierungen, Koproduktionen, Gastspielen aus dem In- und Ausland, Seminaren und Vorträgen haben sich die Schillertage als Großereignis etabliert. Ein rasantes Rahmenprogramm mit Konzerten, DJs und „Schill Out“-Partys sorgt dafür, dass auch nach dem Theater keine Langeweile aufkommt.
Die Internationalen Schillertage finden alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Mannheimer Mozartsommer statt. - Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg
Wim Wenders, Thomas Vinterberg, Kryzstof Kieslowski, Jim Jarmusch – die Liste der berühmten Regisseure, die beim Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg entdeckt wurden, lässt sich beliebig weiterführen. Mannheim-Heidelberg, nach der Berlinale das zweitälteste Filmfestival Deutschlands, ist ein Forum für junge Independent-Regisseure aus aller Welt, für Filmemacher, die echte Geschichten erzählen. Im internationalen Wettbewerb laufen Spielfilme, die noch bei keinem anderen großen Filmfestival zu sehen waren. Seit 2008 vergibt das Festival zusätzlich den „Filmkulturpreis Mannheim-Heidelberg“. Mit ihm werden Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen ausgezeichnet, die sich um die Filmkultur in Deutschland verdient gemacht haben.
- Internationales Straßentheaterfestival Ludwigshafen
Skurrile Gestalten auf Stelzen, mobile Aktionen im Trubel der Einkaufsstraße und atemberaubende Spektakel mit Seiltanz, Akrobatik und Fackelzauber – das Internationale Straßentheaterfestival verwandelt die Ludwigshafener City drei Tage lang in eine riesige Bühne. Künstler und Gruppen aus der ganzen Welt präsentieren einzigartige Open-Air-Aktionen und beweisen, dass Straßentheater heute viel mehr ist als Feuerspucker, Einradfahrer und Jongleure. Das Spektrum reicht dabei von improvisierten Solodarbietungen bis hin zu aufwendigen Bühneninszenierungen. Der öffentliche Raum wird zum Theater, das jeder genießen kann – unverbindlich und kostenlos.
- Mannheimer Mozartsommer
Zu Ehren und auf den Spuren Wolfgang Amadeus Mozarts lädt das Nationaltheater Mannheim renommierte Künstler und Ensembles ein. Das Festival bietet an den beiden Spielorten, dem Nationaltheater und dem Schloss Schwetzingen, ein vielfältiges Festivalprogramm mit Konzerten und Inszenierungen, die sich in teils ungewohnter Weise mit Mozart beschäftigen. Kulinarische Köstlichkeiten und Soireen im sommerlichen Ambiente überraschen das Publikum ebenso wie ein Parkprogramm für die ganze Familie, Künstlergespräche und Einführungen in die Inszenierungen.
Der Mannheimer Mozartsommer findet alle zwei Jahre im Wechsel mit den Internationalen Schillertagen statt. - Nibelungen-Festspiele
Siegfried, Hagen, Gunther und die anderen Burgunder – seit 2002 setzen die Festspiele in Worms den Mythos der Nibelungen am Originalschauplatz der mittelalterlichen Sage vor der imposanten Kulisse des Doms in Szene. Starregisseur Dieter Wedel als Festspiel-Intendant beweist immer wieder, dass der mittelalterliche Stoff auch heute hochbrisant ist. Das Ensemble wartet alljährlich mit großen Namen auf: Sonja Kirchberger, Joachim Król, Maria Schrader, Jasmin Tabatabai, Meret Becker oder Ilja Richter – sie alle standen schon auf der Wormser Freilichtbühne.
- Schwetzinger SWR Festspiele
"Altes wiederentdecken, Neues initiieren, dem Nachwuchs eine Chance geben", das ist die Maxime der Schwetzinger SWR Festspiele, ganz gleich ob es sich um Fundstücke aus der Musikhistorie, Uraufführungen zeitgenössischer Werke oder um herausragende junge Künstler handelt. Seit 60 Jahren präsentieren die Festspiele Opern und Konzerte im eindrucksvollen Ambiente des Schwetzinger Schlosses. Das Festival genießt internationales Ansehen und ist mit rund 700 Rundfunkausstrahlungen jährlich das weltweit größte Radio-Festival für klassische Musik.
- Wunder der Prärie
Wunder der Prärie hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2004 als Schauplatz für ungewöhnliche internationale und interdisziplinäre Kunst profiliert. An der Schnittstelle von Theater, Performance und Tanz angesiedelt, zeigt das Festival aktuelle Tendenzen in der Darstellenden Kunst, die nicht oder noch nicht auf den etablierten Bühnen zu finden sind, und es lotet den Grenzbereich zwischen Bildender und Darstellender Kunst aus. Allen Aktionen, Installationen und Performances ist gemeinsam, dass sie sich nicht nur im gesicherten „Kunst-Raum“, sondern auch im öffentlichen Raum ereignen. Wunder der Prärie findet alle zwei Jahre statt.
























