
Graduiertenschulen
Graduiertenschulen sollen die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Profilierung der Forschung verbinden und verbessern. In ihnen werden hoch qualifizierte Doktoranden in einem exzellenten Forschungsumfeld ausgebildet. Graduiertenschulen sind inhaltlich breit in ihrem Wissenschaftsgebiet aufgestellt. Sie basieren auf innovativen Fragestellungen und werden von ausgewiesenen Wissenschaftlern geleitet. So sollen sie optimale Promotionsbedingungen bieten, die Identifizierung der Promovierenden mit dem jeweiligen Standort fördern und insgesamt zur Herausbildung international wettbewerbsfähiger Wissenschaftsstandorte beitragen. In der Exzellenzinitiative wurden 39 Graduiertenschulen ausgezeichnet, die über einen Zeitraum von fünf Jahren durchschnittlich je fünf Millionen Euro erhalten.
"Exzellente Grundlagenforschung – Physik von heute für morgen" - Graduate School of Fundamental Physics (seit 2007)
Die Fakultät für Physik und Astronomie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg gründete zusammen mit den Max-Planck-Instituten für Astronomie und für Kernphysik eine Graduiertenakademie für Grundlagenforschung. Wichtigstes Ziel der ausgezeichneten Graduiertenschule ist die interdisziplinäre Ausbildung der Promovierenden. Die Nutzbarmachung und Offenlegung der gemeinsamen Grundlagen von Astrophysik, Kosmologie, Teilchenphysik und komplexer Quantenphysik ist zentraler Erfolgsfaktor. Entstehen soll eine neue Generation von interdisziplinär ausgebildeten Physikern, die dort zusammen arbeiten können, wo scheinbar getrennte Gebiete des Fachs aufeinander treffen.
"Nachwuchsförderung par excellence" - The Hartmut Hoffmann-Berling International Graduate School of Molecular and Cellular Biology (HBIGS) (seit 2007)
In der Hartmut Hoffmann-Berling International Graduate School of Molecular and Cellular Biology (HBIGS) haben sich renommierte Wissenschaftler der Universität Heidelberg und der Forschungszentren European Molecular Biology Laboratory, Max-Planck-Institut für medizinische Forschung und Deutsches Krebsforschungszentrum zusammengefunden. Ziel der Graduiertenschule ist es, die Ausbildung der Doktoranden durch zusätzliche interdisziplinäre Lehr- und Betreuungsleistungen zu verbessern. Die HBIGS folgt damit den rasanten Entwicklungen in den Lebenswissenschaften, die gerade junge Menschen motivieren, sich aktiv an der Erforschung biologischer Prozesse zu beteiligen.
"Wirtschaft und Gesellschaft im Fokus" - Graduate School of Economic and Social Sciences (GESS) (seit 2006)
Die Graduate School of Economic and Social Sciences (GESS) bietet eine interdisziplinäre Doktorandenausbildung in empirischen und quantitativen Methoden und ihrer Anwendung in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die GESS ist damit bundesweit die erste Einrichtung mit einer gemeinsamen Doktorandenausbildung für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. Ihr Ziel ist es, akademischen Nachwuchs nach höchsten internationalen Standards auszubilden. Sie bietet dazu eine strukturierte Doktorandenausbildung in empirischen und quantitativen Methoden und deren Anwendungen in Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und den Sozialwissenschaften. Die international rekrutierten Nachwuchswissenschaftler werden in einem einzigartigen Umfeld der Forschung und Lehre zu exzellenten Wissenschaftlern ausgebildet.
"Wissenschaftliches Rechnen – Aufbruch zu neuen Ufern" - Graduate School of Mathematical and Computational Methods for the Sciences(IWR) (seit 2007)
Das IWR verfolgt den generisch interdisziplinären Ansatz des Wissenschaftlichen Rechnens, das als dritte Säule neben Experiment und Theorie angesehen wird, weil es sich mit seinen zentralen Bereichen Mathematische Modellierung, Simulation und Optimierung zu einer Schlüsseltechnologie für das Verständnis und die Bewältigung wissenschaftlich-technischer Herausforderungen entwickelt hat. Interdisziplinarität wird nicht nur im wissenschaftlichen Kontext großgeschrieben, sondern über alle denkbaren Grenzen hinaus, schließlich hat auch die Zusammenarbeit mit der Industrie bereits eine lange Geschichte am IWR. Nicht umsonst vertraut auch ein großer Industriekonzern wie die BASF aus dem benachbarten Ludwigshafen auf das Fachwissen der Mathematiker und Informatiker an der Heidelberger Graduiertenschule, wenn es beispielsweise um die Berechnung der Wärmeverteilung in Rohrreaktoren geht.