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Julian Schüller


MRN-Botschafter in:

San Ramón, Costa Rica

Aufenthalt:

Februar 2009 bis Januar 2010

Alter:

16 Jahre

Wohnort:

Groß-Rohrheim, Hessen

Heimat-Schule:

Erich Kästner-Schule Bürstadt

Lieblingsfächer:

Englisch, Sport

Hobbies:

Musik (E-Gitarre), Sport (Fußball)

Berufswunsch:

Hotelfachmann

Mein Lebensmotto:

Was ich mir in den Kopf setze, das schaffe ich auch!

MRN heißt für mich:

Viel Unterstützung!

Mein Lieblingsplatz in der MRN ist:

Mannheimer Innenstadt

Von meinem Auslandsaufenthalt erwarte ich mir:

Die Kultur des Landes und die Menschen kennen zu lernen und eine neue Sprache zu erlernen

MRN-Botschafter zu sein bedeutet für mich:

Die Metropolregion Rhein-Neckar gut zu präsentieren

 

 


Webtagebuch


Donnerstag, 17. Dezember 2009

 

Ich bin nur noch für einen Monat in Costa Rica und möchte Euch über die letzten Wochen berichten.  

 

Am ersten Wochenende im Oktober waren meine Familie und ich auf der Finca der Großeltern in Esparza eingeladen. Als Begrüßungstrunk bot mir mein Gastvater Ronald einen Cocktail an. Ich war gespannt, was ich vorgesetzt bekam. Im Glas war Tomate mit Zwiebel und Gewürzen gemixt und obendrauf der Inhalt eines ganzen rohen Eies. Ich sollte den Cocktail in einem Zug, ohne zu kauen, trinken, was ich auch tat. Scheinbar sah man mir es an, dass ich so was noch nie getrunken hatte. Der Cocktail schmeckte ungewöhnlich - aber lecker!  

 

 

Zum Mittagessen sollte es Huhn mit Reis geben. Reis und Bohnen sind hier die Standardbeilage wie ich schon berichtete und in jeder Tico-Küche vorrätig. Um die Hausecke kam Opa mit einem flatternden Huhn in der Hand. Ich begriff sofort: heute gibt es frisches Bio-Huhn aus Freilandhaltung. Oma nahm die beiden geschlachteten Hühner aus und machte sie kochfertig. Das Mittagessen schmeckte allen gut und zum Nachtisch gab es noch Kuchen. Dieser Kuchen kommt nicht – wie bei uns üblich – mit der Kuchenform in den Backofen mit Umluftbetrieb, sondern wird in einer großen Schüssel angerührt und wird auf dem handgeregelten „Freiluftherd mit Ober- und Unterhitze“ gebacken.

 

Mitte Oktober wurde ich vom Rektor der Grundschule “Sunlight” gefragt, ob ich nicht Lust hätte, beim “Tag der Kulturen” mitzumachen. Ich kam morgens in eine 6. Klasse und die Lehrerin samt Schülern begrüßten mich herzlich. Die Kinder überhäuften mit Fragen wie: “Was heißt dies auf Deutsch, was heißt jenes…” Ich erzählte jede Menge über meine Heimat Deutschland und im Besonderen über die Metropolregion Rhein-Neckar. Als Überraschung für die Kinder machte ich am Tag vorher einen Kartoffelsalat nach deutschem Rezept mit Würstchen. Gegen Ende der Schulstunde packte ich mein Mitbringsel aus, damit sie auch etwas typisch Deutsches kosten konnten. Die Überraschung ist mir gelungen. Es schmeckte allen gut und es blieb nichts übrig. Der Lehrerin musste ich sogar das Rezept des Kartoffelsalates aufschreiben. Ganz zum Schluss machte noch jedes einzelne Kind ein Foto mit mir und ich bekam eine Urkunde übergeben mit Unterschriften von allen Schülern aus der Klasse. Es war ein schöner aber anstrengender Tag für mich.  

 

Im November fangen die großen Schulferien in Costa Rica an. Die Familien verbringen ihren Urlaub selten im Ausland. Das hat zwei Gründe: Zum einen sind Auslandsreisen für viele Ticos nicht bezahlbar und zum anderen gibt es hier alles, was man sich für einen schönen Urlaub wünscht. Im Hochlandgebiet von San Jose und San Ramon mit ca. 1000 m über dem Meeresspiegel schwärmen fast alle vom Urlaub an der Küste. Da sich die Gelegenheit ergab, habe ich das erste Novemberwochenende genutzt und einen Ausflug an die Küste nach Montezuma und Malpais unternommen. Diese Gegend liegt auf der trockenen Halbinsel Nicoya im Nordwesten. Am Freitagmorgen ging die Reise mit dem Autobus los. An der Haltestelle „Autopista“ fuhr ich mit dem 7 Uhr Bus ca. 1 ½ Stunden westwärts bis nach Puntarenas um dann eine weitere Stunde mit der Fähre nach Parquera zu kommen.

 

Mit dem Bus brauchte ich eine weitere Stunde bis nach Montezuma. Hier suchte ich mir eine Übernachtungsmöglichkeit mit direktem Blick aufs Meer und machte noch einen ausgiebigen Strandspaziergang am Montezuma Beach.

 

Reisen macht hungrig. Daher kaufte ich mir am nächsten „kiosco“ einen Hot Dog und stellte beim Bezahlen fest, dass ich noch Dollars in Colones umtauschen musste. Beim Kiosk fragte ich nach einer offiziellen Umtauschmöglichkeit. Ich solle den nächsten Bus nehmen. Ich bin zur naheliegenden Bushaltestelle gelaufen und stieg in den kommenden Bus ein. Ich hielt Ausschau nach Häusern. Leider waren nur einige Palmenhütten zu sehen. Wo war ich gelandet? Ich wusste es nicht. Hier gab es nur Strand und Wasser. Aber eines war mir sofort klar, ich habe den falschen Bus genommen. An der Haltestelle suchte ich vergeblich nach einem Fahrplan, leider Pech. Also wartete ich 2 Stunden auf den nächsten Bus der mich wieder zurück nach Montezuma fuhr. Da es dann schon Abend war, machte ich mir etwas zu essen und ruhte mich auf der Terrasse des Hotels aus.

  

Am nächsten Morgen waren die bekannten „Montezuma Wasserfälle“ das Ziel. Den Hinweisschildern folgend, war nur ein strammer Fußmarsch nötig, um an die Wasserfälle zu kommen. Leider hat der Fußweg länger gedauert als angenommen und ich musste mehrmals nach dem Weg fragen. Die schönen Bilder der Wasserfälle ließen den langen Fußmarsch bald vergessen und der Rückweg ging wesentlich schneller, weil es bergab ging. Am Nachmittag fuhr ich mit dem Bus ins ca. 30 Minuten entfernte Malpais. Da es den Rest des Tages so heftig regnete, konnte man leider nichts unternehmen, als nur im Hotel zu sitzen. Der folgende Tag war ein herrlicher, sonniger Tag. So weit das Auge reichte breite Strände, klares Wasser, kaum jemand zu sehen, mit angrenzenden Wäldern – ein Erlebnis. Die weite Reise an dem Wochenende hat sich mehrt als gelohnt.

 

 

Es war Freitag, der 13. November, mein 17. Geburtstag! Ich feierte ihn zum ersten Mal ohne meine Familie aus Deutschland. Ich fühlte nicht wirklich, dass ich an dem Tag ein Jahr älter wurde, da das Wetter einfach zu gut war. Normalerweise ist es an meinem Geburtstag immer kalt und schreckliches Wetter. Morgens um 6 Uhr kam meine Gastfamilie in mein Zimmer gestürmt und sang mir ein Geburtstagslied bevor sie zur Arbeit gingen. Es war sehr rührend und ich hatte nicht damit gerechnet. Einige Stunden später telefonierte ich mit meiner Familie in Deutschland. Abends kamen dann alle Verwandten meiner Gastfamilie und wir aßen Kuchen. Danach traf ich mich noch mit meinen Freunden und wir feierten ein wenig. Hier in Costa Rica werden die Geburtstage nie wirklich groß gefeiert. Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass es doch so ein schöner Geburtstag wird.

  

Ihr kennt die schönsten Strände in Costa Rica? Mir wurde gesagt, dass es die schönsten Strände an der nordwestlichen Pazifikküste in der Provinz Guanacaste geben soll. Mein Freund Oliver aus dem Odenwald, ebenfalls ein Austauschschüler, wohnt in Nicoya bei einer Gastfamilie. Er hat mich eingeladen und ich konnte bei ihm übernachten. In der Woche von 1. bis 4. Dezember war es soweit und ich fuhr zu meinem Freund nach Nicoya. Nach einer dreistündigen Busfahrt kam ich im heißen Guanacaste an. Es war sehr heiß, das Thermometer zeigte mehr als 30°C an. Sehr ungewohnt für mich, da es im Hochland San Ramon angenehme 24-30°C sind. Am selben Tag schauten wir uns dann noch die Stadt Nicoya an. Wir sahen die zwei bekannte Kirchen, die Innenstadt und das kleine “Stadion”.  

 

 

Am nächsten Tag fuhren wir morgens früh mit dem Bus zum Playa Samara, der etwa eine Stunde entfernt war. Der Strand war sehr breit und das Wasser flach, eigentlich ideal für Familien mit kleinen Kindern. Wir fuhren weiter zum Playa Carrillo. Ich fand ihn ebenfalls schön und man konnte fast keine Menschen sehen. Wir wollten dort eigentlich Schnorcheln, aber das Wasser war zu schmutzig und vor allem die Strömungen zu stark. Dennoch verweilten wir den ganzen Tag dort. Am folgenden Tag ging es mit dem Gastvater zu den Stränden weiter im Norden. Nach ca. 70 Km kamen wir zum ersten Strand namens Playa Brasilito. Dort machte ich viele tolle Fotos. Der nächste Strand war der Playa Flamingo. Später ging es zum Playa Conchal wo es einfach traumhaft war. Das Wasser war glasklar und am Strand waren wunderschöne Muscheln. Ich lieh mir eine Schnorchelausrüstung aus und erkundete das Meer. Ich sah Tintenfische, wunderschöne exotische Fische und jede Menge Seeigel. Meine Gastfamilie hatte Recht: die schönsten Strände gibt es im Nordwesten von Costa Rica. Ein echter Reisetipp!

 

 

Samstag, 12. Oktober 2009  

 

Die Zeit verrinnt wie im Fluge!

 

 

 

 

Schon war der August auf dem Kalender. Ein besonderer Monat, denn wir feierten gleich drei Ereignisse an einem Tag: Erstens bin ich am 15. August genau 6 Monate bei meiner Gastfamilie, zweitens hat meine Gastschwester Alejandra Ihren 18. Geburtstag und drittens ist an diesem Tag Muttertag.   Ich kenne den Muttertag nur vom 2. Sonntag im Mai. Muttertag wird hier groß gefeiert, mit riesigen Geschenken und leckerem Essen. Wieder was gelernt. Ich wusste nicht, was ich meiner Gastmutter schenken sollte, deshalb dachte ich an Blumen, denn Blumen kommen immer gut an. Also bestellte ich den Tag vorher in einem Blumengeschäft einen Blumenstrauß, um ihn sicher am nächsten Morgen abholen zu können.

Den Tag darauf stand ich früher auf als sonst und holte die Blumen, denn ich wollte den Strauß meiner Gastmutter noch vor Ihrem Aufstehen überreichen. Sie freute sich riesig über die große Auswahl der Blumen. Meiner Schwester schenkte ich einen selbstgebackenen Kuchen zum Geburtstag. Ich habe mir extra vorher das Rezept von meinen Eltern aus Deutschland schicken lassen. Das ganze war jedoch auch eine größere Aktion. Meine Gastfamilie hatte leider nicht auf Anhieb alle Zutaten für die „Espressoschnitten“ und deshalb musste ich mir nach und nach die verschiedenen Sachen besorgen. Doch alles klappte dann doch noch und als der Kuchen fertig war, waren alle begeistert und es schmeckte allen. Die ganze Familie hat noch lange zusammen gesessen, wir haben viel erzählt und viel gelacht. Es war einfach ein schöner Tag.

 

 

Eine Woche später war das AFS Midstay Camp in San José. Dieser Treff wurde von AFS organisiert. Hier treffen sich nach 6 Monaten Landesaufenthalt alle Teilnehmer. Es werden Neuigkeiten und Probleme ausgetauscht; die Landesgruppen stellen sich vor, es wird viel diskutiert, getanzt und gespielt. Ein gelungener Treff, aber anstrengend…  

Es wurde dann Zeit, dass ich wieder etwas vom dem schönen Land sehe. Deshalb packte ich meine Sachen und fuhr nach Manuel Antonio. Manuel Antonio liegt an der Pazifikküste im Süden Costa Ricas, sieben Kilometer südlich von der Stadt Quepos. Die Fahrt von San Ramón nach Manuel Antonio war das Anstrengendste und dauerte ca. 4 ½  Stunden. Abends angekommen, Hotel gesucht und geschlafen. Am nächsten Morgen bin ich um halb 7 aufgestanden, um am Strand joggen zu gehen. Danach mietete ich mir ein Surfboard und brachte mir selbst surfen bei. Zur Mittagszeit musste ich es wieder abgeben und fuhr nach Quepos um mir die Stadt anzugucken. Quepos ist schön, aber teuer, da viele Touristen dort Urlaub machen. Sonntag guckte ich mir den Nationalpark von Manuel Antonio an und ich war sehr begeistert. Ich sah Affen, Faultiere und wunderschöne Strände.

 

 

 

Alle Schulen probten für den großen Tag, der 15. September! Das ist der Unabhängigkeitstag von Costa Rica. An dem Tag machen morgens alle Schulen Musik, mit Trommeln, Xylophonen und gehen mit den Nationalflaggen durch die vollen Straßen, die von den ganzen Einwohnern San Ramóns gefüllt worden sind. Jede Gruppe hatte etwas eigenes einstudiert und es war einfach schön es mitzubekommen.

 

 

Donnerstag, 30. Juli 2009  

 

Die Hälfte meines Auslandsjahres ist leider schon vorüber…Im letzten Monat habe ich viel von Costa Rica gesehen:  

 

 

Anfang Juni gab es einen weiteren Ausflug mit der Schule. Es ging zum Vulkan Irazu. Der Irazu ist mit 3432 m der größte Vulkan Costa Ricas und brach das letzte Mal im Jahre 1994 aus. Nach einer zweistündigen Busfahrt, von San Ramón nach Cartago, kamen wir oben am Vulkan an und es war richtig kalt. Dick eingepackt liefen wir zu dem Krater. Anfangs sah man so gut wie nichts, da der Nebel zu dicht war, jedoch nach einer Stunde verschwand der Nebel und man hatte den perfekten Ausblick auf den Krater.      

 

 

In derselben Woche fuhr ich mit einer Schweizerin und deren Gasteltern nach San Carlos. In San Carlos gibt es den berühmten Vulkan Arenal. Er ist einer der aktivsten Vulkane der Welt. Regelmäßig fließt Lava an den Hängen herunter. Wir übernachteten dort in einem Hotel mit guter Aussicht auf den Vulkan. In der Nacht konnte man leicht sehen wie die Lava sprudelte.

      

 

Ab dem 6. Juli hatten wir dann zwei Wochen Ferien aber durch die Schweinegrippe in San Ramón hatten wir dann insgesamt drei Wochen frei. Am ersten Ferientag ging es mit AFS nach Tortuguero. Tortuguero liegt an der nördlichen Karibikküste (Provinz Limón) und man kann es nur mit dem Boot oder Flugzeug erreichen, dort gibt es keine Autos. Rund 700 Menschen leben in Tortuguero und leben hauptsächlich vom Tourismus. Dort blieben wir zwei Tage um nachts die riesigen Meeresschildkröten bei der Eiablage im Sand zu beobachten. Am letzten Tag in Tortuguero hatten wir die Möglichkeit mit einem Boot durch die Kanäle zu fahren. Dort sahen wir unter anderem Affen, Schildkröten, Krokodile und verschiedene Vögel. Aber auch verschiedene Pflanzen, wie z. B. eine Kakaopflanze.

    

 

In der letzten Ferienwoche fuhr ich mit Daniel, meinem Gastbruder, nach Liberia um noch mehr von Costa Rica zu sehen. Eine Nacht verbrachten wir im Hotel um am nächsten Tag mit dem Bus zum “Playa Panamá“ zu fahren. Dieser Strand liegt an der Pazifikküste, in der Provinz Guanacaste. An diesem Strand wollten wir in unserem Zelt übernachten. Leider schlugen wir unser Zelt in Bereich eines Hotelstrandes auf und wurden wieder von dort vertrieben.

      

 

Danach sind wir zum zwei Kilometer entfernten Strand “Playa Hermosa” gelaufen, um dort einen schönen Platz für unser Lager zu finden. Am nächsten Tag ging es mit Sonnenbrand und Meersalz am ganzen Körper, wieder nach Hause. Meine Mutter in Deutschland würde jetzt sagen: Creme dich ein!

    

 

Montag. 15. Juni 2009    

 

Pura Vida!  

 

3 Monate hier in Costa Rica und es ist viel passiert.  

 

 

Die „Ticos“ lieben den Fußballsport wie ich. Bis jetzt habe ich zwei Ligaspiele in meiner Stadt San Ramon besucht. Die Stadien sind im Vergleich zu Deutschland sehr unterschiedlich. Wenn man sich hier das Stadion wie z. B. in Mannheim vorstellt, so ist man sehr enttäuscht. Das Stadion ist klein und sieht sehr kaputt aus. Beim letzten Spiel am 5. Mai spielte San Ramón gegen Heredia. Der Anpfiff war um 20 Uhr. Die zweite Halbzeit musste auf den folgenden Tag verschoben werden. So etwas habe ich in Deutschland noch nie erlebt, geschweige mir vorstellen können. Der Grund der Verschiebung: „Nebel“. Dieser Nebel ist so plötzlich aufgetaucht und war dann so dicht, ich konnte gerade meine Sitznachbarn sehen. Und dann ist auch noch ein Flutlicht ausgefallen. Am nächsten Tag war dann die halbe Schule im Stadion, weil das Spiel in der Schulzeit war und man an dem Tag kostenlos rein durfte.

 

 

Mit meiner Turismo-Klasse (Unterrichtsfach) habe ich am 29. April eine Höhle besichtigt, was sehr aufregend war. Wir sahen Fledermäuse, Spinnen und andere Krabbeltiere. Nach der Tour war ich von oben bis unten nass, denn man musste in der Höhle auch etwas schwimmen.  

  

 

Am 9. Mai machten wir mit der Familie einen Ausflug zum Vulkan Miravalles. Die Anreise mit dem Autocar (Reisebus) dauerte ca. 2 Stunden. Dort waren heiße Quellen, die ca. 80°C hatten und man konnte wunderschöne Wasserfälle sehen.

 

Meine letzte Reiseaktivität war eine Fahrt zum Vulkan Poas. Das ist der Vulkan der im vergangenen Januar das schwere Erdbeben in Costa Rica auslöste. Ich freute mich sehr, dass ich wieder etwas Neues entdecken konnte. Doch als wir ankamen, konnte man nichts vom Krater sehen. Es war nur neblig und nichts als Nebel. Wir mussten leider umkehren und Nachhause fahren. In der Zwischenzeit habe ich in der Schule erfahren, dass demnächst einen Klassenausflug zum Poas geplant ist und da hoffe ich, dass man mehr sehen kann.  

  

 

 

Meine Gastfamilie hat sich jetzt ihr erstes Auto gekauft. Ich finde das sehr gut, da werden wir hoffentlich öfters Ausflüge machen und ich mehr von Costa Rica sehen. Nur ein Problem gibt es: Bis jetzt hat noch keiner aus der Familie einen Führerschein. Daniel (18) mein Gastbruder will jetzt mit dem Führerschein anfangen. Es ist hier viel einfacher als bei uns, einen Führerschein zu bekommen. Man muss nur eine praktische und eine theoretische Prüfung absolvieren und dann bekommt man den Führerschein. Das Alles zusammen kostet dann ca. 35.000 Colon (ca. 44€). Davon kann man in Deutschland nur träumen.  

 

Seit einigen Tagen regnet es fast jeden Tag einmal, was bis jetzt eine Seltenheit war. In Costa Rica hat man keine Winter- bzw. Sommerzeit so wie wir das kennen. Hier gibt es eine Trocken- bzw. Regenzeit. Also beginnt jetzt die Regenzeit, d. h. es regnet nun jeden Tag, meistens ab 16.00 bis ca. 20.00 Uhr. Dieses Wetter bleibt so bis ungefähr Oktober, was ich sehr schade finde, denn wenn es regnet, machen die “Ticos” gar nichts. Aber dies gehört auch dazu, zu dem Jahr hier in Costa Rica.

 

Dienstag, 15. April 2009

 

Ich bin jetzt seit ca. vier Wochen in der Schule und sie ist nicht zu vergleichen mit meiner Schule in Deutschland. Ich habe drei Mal die Woche von 7.00 - 16.40 Uhr und zwei Mal von 12.20 - 16.40 Uhr Schule. Der Unterricht ist nicht sehr schwer, ich versteh zwar noch nichts, aber in Mathematik sind sie auf dem Stand von einer 8. Klasse und in Englisch einer 5. Klasse in Deutschland. Dennoch sind alle in der Schule nett und helfen mir, wenn ich etwas brauche.  

 

Mein erster Tag im Instituto Julio Acosta Garcia (das ist meine Schule in San Ramón), war sehr chaotisch und sehr unorganisiert. An dem Tag wurden die Klassen neu eingeteilt und jeder Schüler bekam einen Schmierzettel in die Hand gedrückt und man sollte seinen Namen drauf schreiben. Nach einiger Zeit wurde dann jeder einzeln aufgerufen und bekam seinen Zettel mit seiner Nummer der Klasse zurück. Bei mir dauerte es den ganzen Morgen, dann meinte der Direktor, dass es zu chaotisch ist und ich solle in zwei Tagen noch einmal kommen.  

 

Na gut, ich kam dann den Mittwoch in die Schule und bekam meine Klasse und meinen Stundenplan. Meine Mitschüler waren sehr offen und wollten alles wissen. Dann nahmen sie mich erst einmal mit, um Fußball zu spielen. Ich machte ein Tor und alle waren erstaunt, seit dem nennt mich jeder Podolski, Ballack oder Schweinsteiger, obwohl niemand „Schweinsteiger“ richtig aussprechen kann. Aber ich wunderte mich, warum niemand in der Zeit zum Unterricht ging. Ich fragte und sie meinten, es sei nicht wichtig, da in der ersten Woche die Lehrer noch keine Klassenlisten haben.  

 

In der kommenden Woche war es aber nicht sehr anders, wenn manche gerade keine Lust hatten, gingen sie nicht zum Unterricht. In den vier Wochen wo ich jetzt hier in der Schule bin, gab es drei Mal neue Stundenpläne.  

 

In meiner Freizeit gehe ich öfter Mal Fußball spielen und ansonsten wird zu Hause viel Fernsehen geguckt, viel gegessen aber sonst nichts Weltbewegendes. Mein Zimmer habe ich auch schon mit meinem Gastbruder umgeräumt und ich gab meiner Gastfamilie ihre Gastgeschenke, über die sie sehr glücklich waren. Die mehr als ein Kilogramm Haribos sind schon seit ein paar Wochen leer.  

 

Inzwischen lerne ich immer mehr die Sprache, ich verstehe zwar mehr als ich sagen kann, trotzdem sagen alle, dass ich schon nach einem Monat recht gut Spanisch kann.  

 

Freitag, 27. Februar 2009

 

Nach 3 Tagen in der Gastfamilie melde ich mich aus dem schönen Costa Rica.

 

Meine Gastfamilie ist sehr nett und sie haben mich sehr herzlich aufgenommen. Als ich hier in Costa Rica ankam konnte ich kein Wort spanisch, doch Tag für Tag lern ich dazu. Mit Diego (20) kann ich im Moment am meisten reden, denn er kann gut Englisch, also wenn etwas Wichtiges ist, übersetzt er. Daniel (18) ist sehr ruhig und spricht kein Wort Englisch. Alejandra (17) ist meine einzige Gastschwester. Sie ist sehr nett und versucht mit schwachem Englisch zu übersetzen. Aber na ja ich bin hier um Spanisch zu lernen und deshalb habe ich immer mein kleines Wörterbuch bei mir. Durch das Nachschlagen präge ich mir schnell einige Wörter ein.

 

Es war Montag, der zweite Tag in der Gastfamilie. Nach einer kalten Dusche ging ich mit meinen zwei Gastbrüdern in die Stadt um Blöcke für die Schule zu kaufen. Nachdem wir dies getan hatten, gingen wir in einen Klamottenladen um meine Schuluniform zu kaufen. Diego und Daniel zeigten mir einen großen Teil der Stadt, Bushaltestellen, Museen, wichtige Geschäfte und viele andere Gebäude.  

 

Die Leute hier in Costa Rica sind sehr nett und hilfsbereit, sie sind zwar nicht die Pünktlichsten, aber man gewöhnt sich daran. Hier in der „Schweiz Mittelamerikas“ finde ich die Natur besonders schön. Auf den Straßen gibt es überall Unebenheiten und man muss sehr vorsichtig sein, dass man nicht von den Autos überfahren wird, denn sie fahren sehr schnell und fast ohne Regeln.  

 

Was mich am Meisten überraschte war, dass es zum Duschen nur kaltes Wasser gibt und das man das Klopapier nicht ins Klo wirft, sondern neben dran in einen Mülleimer. Im Vergleich zu Deutschland gibt es hier in Costa Rica drei Mal warmes Essen und immer Reis und Bohnen. Dennoch schmeckt mir das Essen hier sehr gut und die Früchte sind sehr lecker.  

 

Einen geregelten Tagesablauf habe ich bis jetzt noch nicht, im Moment lebe ich in den Tag hinein. Wenn die Schule in den nächsten Tagen für mich anfängt wird es auf jeden Fall anders.  

 

Das waren jetzt meine ersten Tage. Ich melde wieder, wenn ich meine erstem Eindrücke von der Schule habe.